Die Frage nach der Stellvertretung des Bürgermeisters

Gruschka will 2. Bürgermeister werden „Niko Kovac bewirbt sich nach seiner Entlassung um das Amt des Assistenztrainers beim FC Bayern München.“ Absurd! Oder doch nicht? Wenn […]

Gruschka will 2. Bürgermeister werden

„Niko Kovac bewirbt sich nach seiner Entlassung um das Amt des Assistenztrainers beim FC Bayern München.“ Absurd! Oder doch nicht?
Wenn sich unser Ex-Bürgermeister Paul Gruschka um das Amt des Stellvertreters von Stefan Welzel bewirbt, fällt mir spontan dieser Vergleich ein. Der Bürger soll wieder mal in die Irre geführt werden. Was auf den ersten Blick wie ein Friedensangebot ausschaut, entpuppt sich schnell als das krasse Gegenteil. Die Freien Wähler wissen genau, dass sie voraussichtlich keine Chance haben werden, dieses Amt, das in geheimer Wahl durch den Stadtrat vergeben wird, zu besetzen. Stattdessen bringen sie vermutlich jetzt schon die Kohorte ihrer bekannten Leserbriefschreiber in Stellung, die nach der konstituierenden Sitzung mit markigen Worten die Arroganz der CSU und (wer weiß?) der Grünen beklagen werden. Damit wir uns recht verstehen: Es ist absolut in Ordnung, wenn die Freien Wähler als zweitstärkste Fraktion den Posten des 2.Bürgermeisters für sich reklamieren. Doch nach den vergangenen sechs Jahren fehlt in dieser Fraktion schlicht ein geeigneter Kandidat. Niemand kann im Ernst erwarten, dass sich Stefan Welzel freiwillig mit einem Stellvertreter umgibt, der ihm ständig mit der Rechtsaufsicht droht. Stefan Welzel weiß im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dass man auch als Bürgermeister um Mehrheiten kämpfen bzw. Gespräche führen muss. Ich wünsche ihm auch für die Zukunft die wohltuende Gelassenheit, mit der er die Amtsgeschäfte in den vergangenen vier Wochen souverän geführt hat.
Jürgen Thiemann